Aufs neue Jahr haben sich Toni Böller und Norbert Matt einen bereits lange gehegten Wunsch erfüllt - den Bau eines Jet! In diesem Bericht schildern die Beiden, wie es dazu gekommen ist und was sie alles meistern mussten, bis die beiden Modelle das erste Mal ihrem Element übergeben konnten.

Bau mit Hindernissen

Nach kurzer Evaluation fiel die Wahl auf den Hawker Hunter von RC-Model. Gleich am Anfang des Jahres wurden die beiden Modelle bestellt und konnten sofort bei HEBU abgeholt werden.

Wolfgang Matt hat sich bereit erklärt, bei den Bau- und Installationsarbeiten behilflich zu sein. Die Arbeiten gestalteten sich etwas schwieriger als erhofft, da viele Details nicht optimal gelöst waren und deshalb nachgearbeitet werden mussten. Insbesondere auch das speziell dafür angebotene Fahrwerk stellte uns vor einige Herausforderungen. In vielen Arbeitsstunden hat uns Max Hefti das Hauptfahrwerk angepasst, man könnte fast sagen neu gemacht. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bei Max Hefti bedanken. Bezüglich Turbinenfragen konnten wir uns an Raimund Wehrle wenden. Er hat uns dabei immer fachmännisch unterstützt.

Erstflug nach Rekordbauzeit

Bereits im März (noch vor Corona) konnten die ersten Flüge mit den beiden Hunter gemacht werden. Das Flugbild ist einfach phantastisch und ist vom Original kaum zu unterscheiden.

Das von Norbert und Toni gebaute Modell der Hawker Hunter F.58 mit der schweizerischen Immatrikulation J-4021 gab es wirklich.

Mit diesem Flugzeugtyp flog die Patrouille Suisse ab der Gründung am 22. August 1964 insgesamt 31 Saisons. In den ersten sechs Saisons bestand das Team aus vier Piloten. 1970 stockte die Luftwaffe das Team um einen Piloten auf. Als Fünferformation flog die Patrouille Suisse schliesslich acht Saisons lang. Die heutige Sechser-formation besteht seit 1978.

Bereits ein Jahr zuvor ging ein langjähriger Wunsch der Piloten in Erfüllung. Die Hawker Hunter der Patrouille Suisse erhielten Rauchanlagen. Zum Anlass der 700-Jahr-Feier der Schweiz versah die Luftwaffe die Maschinen der Patrouille Suisse mit einem rot-weissen Spezialanstrich auf der Flügelunterseite. Dieser Variante sind auch die hier gezeigten Modelle nachempfunden.

Inzwischen sind die Modelle sehr gut eingestellt und sind eine Augenweide in der Luft, aber auch am Boden.

Optimierungsflüge auf dem Militärflugplatz in Mollis

Nachdem auf unserem Flugplatz die Landungen der Hunter manchmal mit Schwierigkeiten verbunden waren, hat Wolfgang vorgeschlagen diese einmal auf einem grossen Flugplatz mit langer Piste zu testen. Wolfgang hatte guten Kontakt mit Martin Sannwald von der Modellfluggruppe Glarus. Diese fliegen auf dem ehemaligen Militärflugplatz von Mollis. Martin Sannwald hat sich dann bereit erklärt, uns dort am 09.10.2020 vormittags die Testflüge durchführen zu lassen.

Also sind Wolfgang, Toni Böller, Max Hefti und Norbert nach Mollis gefahren. Auch unser Präsident Daniel Schierscher und sein Sohn Laurin sowie Kurt Meyer haben ebenfalls vorbeigeschaut.

Um 8.00 Uhr hat uns Martin Sannwald begrüsst und wir haben dann unsere zwei Hunter zusammengestellt. Nachdem diese dann flugbereit waren, ist Wolfgang zuerst mit dem Hunter von Toni geflogen. Nachher flog Wolfgang mit Norbert’s Hunter. Beide flogen perfekt und auch die Landungen funktionierten einwandfrei. Für die Landungen konnten noch ein paar Einstellungen angepasst werden, welche das Landeverhalten deutlich verbesserten. Insgesamt hat Wolfgang vier Flüge gemacht.

Der Ausflug nach Mollis hat sich sehr gelohnt und wir konnten einige Erkenntnisse bezüglich dem Landeverhalten des Hunters gewinnen. Wir hoffen nun, dass wir dies auch bei den nächsten Flügen auf dem Modellflugplatz der MFGL in Bendern umsetzen können.

Insgesamt kann gesagt werden, dass auf unserem Modellflugplatz an sich Landungen gut möglich sind, jedoch muss alles passen im Gegensatz zu einem grossen Flugplatz.

Besonders bedanken möchten sich Toni und Norbert bei Wolfgang. Er hat die ganzen Bauarbeiten begleitet und mit seinem Fachwissen unterstützt.

Technische Daten

Modell Hawker Hunter Swiss J-4021 Patrouille Suisse von TopRcModell
Massstab 1 : 5.8
Spannweite 1770mm
Länge 2423mm
Maximal gemessene Geschwindigkeit 312 km/h am 13.11.2020
Fluggewicht ca. 20.5kg
Turbine KingTech K160
Servos 12 Stück: 6x Futaba S9372, 6x Futaba S3470
Tank Hoppertank: 250ml, Haupttank: 4.5l
Empfänger 1x Futaba 7014SB, 1x Futaba S7008SB
Stromversorgung PowerBox Mercury SRS 4120 mit GPS-Sensor
Akku für Turbine 1x LiFe 4100mAh-3s
Akku für Stromversorgung 2x LiPo 3800mAh-2s